Streaming-Suchmaschinen – JustWatch und WerStreamt.es im Vergleich

Streaming-Suchmaschinen – JustWatch und WerStreamt.es im Vergleich

Vor kurzem ging JustWatch.com online – und dank der Berichterstattung in Techcrunch mit großem Wirbel. Streaming-Suchmaschinen gibt es natürlich schon (nicht nur in den USA) und ich will heute kurz den Newcomer aus Berlin mit dem „Platzhirschen“, Werstreamt.es aus München vergleichen. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass JustWatch noch Entwicklungspotential hat. Ich werde die Zahlen im Beitrag deswegen nach Möglichkeit in den nächsten Wochen mehrfach aktualisieren.

1. Integrierte Streaming-Anbieter

Zunächst ein Blick auf die jeweils integrierten Anbieter.

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Einen ersten Eindruck von Amazons Prime Instant Video hatte ich ja bereits vor einigen Tagen gegeben, heute will ich heute etwas ausführlicheren zum Thema schreiben. Dabei werde ich mich auf drei Bereiche fokussieren, zum einen die inhaltliche Fragestellung ob Prime Instant Video andere vergleichbare Dienste ersetzen kann und wird. Zum anderen die Themen der Usability und zuletzt eine Einordnung meinerseits hinsichtlich einer Gesamt-Content-Strategie von Amazon.

Content is King

Wie schon angedeutet, sind für mich bei der Frage nach einem möglichen Abschluss eines Abos vor allem inhaltliche Aspekte relevant. Welche Filme und Serien bekomme ich für mein Geld, bekomme ich an dieser Stelle etwas, was ich anderswo nicht sehen kann? Zum „Versuchsaufbau“: ich habe schon seit einiger Zeit einen Zugang zu Watchever. Bei Prime Instant Video habe ich beim Surfen durch das Angebot eine Watchlist der Serien und Filme erstellt, die mich interessieren. Diese Liste ist eine rein subjektive Betrachtung, jeder andere käme vermutlich zu einem etwas anderen Ergebnis. Die Liste habe ich mit Watchever und den dort verfügbaren Serien verglichen, und nach den gleichen Filmen und Serien auch bei Maxdome und Skysnap gesucht. Das Ergebnis ist in folgender Tabelle festgehalten – Plus steht für Verfügbarkeit Minus entsprechend dafür, dass dieses Angebot nicht verfügbar ist. Mit einem Eurozeichen habe ich bei Maxdome die Serien und Filme markiert, die nicht im monatlichen Abo enthalten sind und für die eine zusätzliche Gebühr fällig ist.

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Noch vor kurzem drehte sich die Diskussion im Web-Video Bereich nur um die Frage wann und ob Netflix in Deutschland startet. Und dann kam Amazon. Ab heute ist Amazon Prime, das bisher in Deutschland nur Gratis-Express-Versand und die Kindle-Leihbibliothek beinhaltete, um die Streaming-Inhalte von Lovefilm unter dem Namen Prime Instant Video ergänzt. Und das zum Kampfpreis von 49 Euro im Jahr mit Zugriff auf 12.000 „Titel“ – da setzt Amazon gleich eine erste Duftmarke.

Um kurz aufzudröseln, was es online gibt – weil unterschiedliche Zahlen kursieren:

  • Prime Instant Video mit 12.000 Titeln entweder als Jahrespaket für 49 € inklusive der Prime Features oder als reines On-Demand Angebot zum Monatspreis von 7,99 €.
  • Instant Video Shop mit 25.000 Titeln, diese können geliehen oder gekauft werden.

Internetfernsehen – Zukunft des Medienkonsums?

Internet ist das neue Fernsehen, heißt es, alternativ – das neue Fernsehen befindet sich im Internet. Bevor ich meine Ansicht über die Zukunft des Internetfernsehens weiter ausführe, will ich kurz einen Blick auf das alte bzw. das aktuelle Fernsehen werfen. Was hat Fernsehen in der Vergangenheit ausgemacht? Welche Inhalte wurden wann, wie und warum konsumiert?

Gründe für den Fernsehkonsum

Früher wie auch heute stellt sich vor dem Konsum eines audiovisuellen Inhalts die Frage, warum der Zuschauer überhaupt fern sieht und was sein Rezeptionsverhalten ausmacht. Als Gründe sind denkbar:

  • Ein gezielter Konsum bestimmter Sendungen zu bestimmten Uhrzeiten. Wann ferngesehen wird, hängt zum großen Teil von der persönlichen zeitlichen Verfügbarkeit ab, z.B. zum Feierabend, an Wochenenden,… Daneben haben sich in Deutschland über Jahre hinweg Gewohnheiten ausgebildet. Die Tagesschau als reichweitenstärkste Nachrichtensendung – unter Berücksichtigung der Dritten Programme – legt den Beginn des Fernsehabends auf 20:15 Uhr. Daran konnten auch Versuche der Privatsender, die Prime Time um 20 Uhr einzuläuten, nichts ändern. Zuschauer schalten in diesem Fall also den Fernseher gezielt ein, um ein bestimmtes Programm zu sehen.
  • Ein Konsum als reiner Zeitvertreib. Fernsehen stellt im Gegensatz zu anderen Freizeitbeschäftigungen die attraktivste Variante dar. Dabei kann gezielt ein bestimmter Inhalt konsumiert werden, darüber hinaus ist auch die Rezeption von Fernsehen generell denkbar. Im Sinne von Zubayr(Der treue Zuschauer: Zur Programmbindung im deutschen Fernsehen, 1996) spricht man von Media Seeking – d.h. der Zuschauer sieht einfach fern. Je nach individuellem Verhaltensmuster wird dabei aus einem gezielten Set an Sendern gewählt oder man schaltet durch das Programm. Konsumiert wird das Programm mit dem geringsten Umschaltreiz (Least Objectionable Program) – so lange, bis ein Umschaltreiz entsteht. Hierbei entsteht bei Sendungsende und der Rezeption der nachfolgenden Sendung auch der sogenannte Audience Flow, d.h. der Übernahme bzw. Übergabe von Publikum von einer Sendung an die andere.

Übertragungswege und Usability

Klassischerweise wird das Fernsehprogramm terrestrisch, über Kabel oder über Satellit empfangen – zunächst analog, dann digital. Je nach Empfangsart stehen unterschiedlich viele Fernsehprogramme zur Auswahl. Dabei wählt der Fernsehzuschauer jedoch auch mit steigender Anzahl verfügbarer Kanäle nach wie vor aus einer geringen Zahl an Kanälen, dem Relevant Set sein gewünschtes Programm aus. Die Programmauswahl erfolgt über die Fernbedienung. Im Normalfall wählt man das Programm direkt über Eingabe der Programmnummer, oder wechselt auf das nächsthöhere oder niedrigere Programm mit Hilfe der Pfeiltasten.