Elternzeit und Alkohol – unvereinbar?

Mittwoch Abend, ich sitze alleine im Wohnzimmer und die kleine Tochter schläft selig. Ich bin satt, habe heute keine Lust auf Schokolade und könnte jetzt noch etwas trinken. Ein Glas Wein? Oder einen Whisky? Halt. Ich bin mit der Tochter alleine zu Hause. Schon in der Elternzeit ging es mir so und auch nach langen Bürotagen schreit eine innere Stimme nein, wenn wir nur zu zweit sind und ich etwas trinken will. Etwas weiter ausgeholt zum Thema Elternzeit und Alkohol:

Mit dem ersten Schwangerschaftstest fängt es an. Auf einmal steht man alleine auf der Seite der Alkoholkonsumenten. Im Urlaub (wir waren damals zum Glück nur in Island – wo Alkohol aus Preisgründen ohnehin kein Thema ist), am Abend, zu feierlichen Anlässen. Ich kenne Paare, bei denen der Mann, mehr oder weniger freiwillig, während der Schwangerschaft auch auf Alkohl verzichtet hat. Bei mir hat sich der Konsum reduziert und verlagert. Und das natürlich nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch danach, in der Stillphase und auch noch während meiner Elternzeit.

Vom Ende der Elternzeit

„Schwarze Stunde“, dieser nun bedeutsamer werdende Zeitraum zwischen 22 und 23 Uhr. Ich sitze in Begleitung eines Glases Whisky am Schreibtisch und lasse die vergangenen Monate Revue passieren. Die Elternzeit ist endgültig vorbei, die Arbeitswelt hat mich wieder und die erste volle Arbeitswoche ist angebrochen. Zwar lag mein Arbeitsbeginn noch im letzten Jahr, doch 3-Tage-Fieber und Magen-Darm bei der kleinen Dame haben die Woche vor Weihnachten stark schrumpfen lassen. Der 6. Januar war noch ein Tag zum Durchschnaufen, dann ging es los, 4-Tage Woche, und ab heute wieder normale 5 Tage.

Unsere Arbeitsaufteilung bringt es mit sich, dass ich im Normalfall bis zur letzten Milchmahlzeit und meist ab 22 Uhr alleine in der Senkrechten bin, ein gemütliches Schmökern im aktuellen Buch (die Autobiographie von Mark Twain – sehr zu empfehlen – auch ein Meister im Abschweifen) wäre zu gefährlich. Die Zeit will ich in Zukunft auch dafür nutzen, die ein oder andere Zeile zu verfassen, dass das in der Elternzeit nicht ganz so leicht gefallen ist, wie ich ursprünglich dachte, hatte ich im November schon erläutert.

Gute Vorsätze und Elternzeit

Wie schnell die Zeit vergeht… Gerade hatte ich bei strahlendem Sonnenschein meine Elternzeit begonnen, bin schwitzend durch Münchens Straßen gezogen und heute klopft der Advent, nicht nur in den Supermärkten, heftig an die Tür.

Der letzte Blogbeitrag schon länger als einen Monat her – da fragt man sich doch – wo ist all die Zeit geblieben? Eigentlich hatte ich mir für die sechs Monate, die ich gemeinsam mit meiner Tochter verbringen durfte und noch darf, auch für mich einige Ziele gesetzt. Um die Spannung gleich raus zu nehmen, geschafft habe ich sie nicht, und das natürlich verbunden mit dem entsprechenden schlechten Gewissen. Ob das an zu hohen Ambitionen oder der generellen Entschleunigung während der Elternzeit liegt, kann ich nicht zu 100 Prozent sagen. Das zeigt entweder die nächste Elternzeit oder eine etwas kritischere Betrachtung in den nächsten Tagen und Wochen. Doch nun Karten auf den Tisch. Meine Pläne waren:

Unvermeidlich – Toilettengang mit Baby

Mit dem Baby zu Hause – das heißt nicht nur Wickeln, Essen kochen, Füttern, Putzen,… – auch die eigenen persönlichen Bedürfnisse müssen von Zeit zu Zeit befriedigt werden. Während vieles auf den Abend verschoben werden kann, wenn die Mutter wieder da ist, fällt das mit dem Toilettengang etwas schwer. Hinzu kommt die gefühlte Tatsache, dass Männer wesentlich länger auf der Schüssel sitzen als Frauen. Was also tun? Vier Varianten hätte ich zu Auswahl, wobei ich zugeben muss – für jedes Alter sind sicher jeweils andere Varianten die optimale Lösung – meine Tochter ist aktuell 9,5 Monate alt:

Variante 1: Das Baby schläft

Vorteile

  • Je nach Schlafdauer ist das die entspannteste Variante – man hat alle Zeit der Welt.
  • Das Baby wird nicht mit dem Anblick des Vaters auf der Toilette konfrontiert – meine Tochter findet das meistens ziemlich komisch.

Nachteile

  • Abhängig vom Ort der Toilette und des Kinderschlafzimmers bzw. der -schlafstätte kann die Klospülung das Baby wieder aufwecken.
  • Wenn das Baby wieder aufwacht – siehe Variante 3 (bzw. 2)

ÖPNV mit dem Kinderwagen – die Rolltreppe

Als „mobiler“ Vater komme ich in einer Stadt wie München gar nicht darum herum auch ab und zu mit dem Kinderwagen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Auch ohne Kinderwagen ist das mitunter schon abenteuerlich genug, heute geht es mir aber um ein Phänomen, das ich schon früher beobachtet, aber bis jetzt noch nicht durchdacht hatte.

Viele U-Bahnhöfe in München kommen noch immer ohne Fahrstuhl aus, so dass nur noch die Treppe (mit helfenden Händen oder viel Kraft und der passenden Technik) und die Rolltreppe als Alternative bleiben. Hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Treppauf ist meist die gleiche Technik zu beobachten: man fährt den Wagen mit den Vorderrädern voran, möglichst weit rechts auf die Rolltreppe und stellt sich selbst ein, zwei Stufen unter den Wagen. Manchmal wird das Kind leicht festgehalten. Hier eine kurze Skizze(meine Noten im Zeichenunterricht lasse ich jetzt mal unerwähnt).

Sieben Vätermonate

Nachdem klar war, dass wir Nachwuchs bekommen, häuften sich Rückfragen wie folgt: „Und – nimmst Du die Vätermonate?“ Ich: „Ja, ich nehme auch Elternzeit.“. Ich will den Fragenden nichts unterstellen – aber die sogenannten Vätermonate sind ein gutes Beispiel, wie mit der Besetzung von Begriffen Politik gemacht wird. Die einfache Formel 12+2 = 14 Elterngeldmonate – und dabei 2 = Vätermonate hat sich im Bewusstsein vieler Menschen in Deutschland eingebrannt.

Zur Einleitung unsere Aufteilung: wir haben uns die insgesamt 14 Monate hälftig aufgeteilt, wobei wir den ersten Monat gemeinsam genommen hatten, etwas, was ich allen Vätern nur empfehlen kann! Die nächsten 5 Monate blieb meine Frau zu Hause, Monat 7 teilten wir uns wieder. Während meine Frau in Teilzeit anfing zu arbeiten, hörte ich in Teilzeit langsam auf. Die Monate 8 bis 12 gehören nun mir. Insgesamt haben wir also 14 Monate Elterngeldbezug auf 12 Lebensmonate aufgeteilt. Mit 7 Monaten Elternzeit bzw. Elterngeldbezug gehöre ich zu einer Minderheit in Deutschland, nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts beziehen nur 13,9 % der deutschen Väter bzw. 11,0 % der Väter in Bayern für einen Zeitraum von 3-9 Monaten Elterngeld. Im Schnitt sind es 3,3 bzw. 2,8(Bayern) Monate.

Das Weiterlesen könnt ihr euch nun sparen, wenn ihr gegen Fremdbetreuung von Kindern in Kinderkrippen, für eine klassische Rollenaufteilung Hausfrau – alleinverdienender Vater, und gegen einen schnellen Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf seid.