Einen ersten Eindruck von Amazons Prime Instant Video hatte ich ja bereits vor einigen Tagen gegeben, heute will ich heute etwas ausführlicheren zum Thema schreiben. Dabei werde ich mich auf drei Bereiche fokussieren, zum einen die inhaltliche Fragestellung ob Prime Instant Video andere vergleichbare Dienste ersetzen kann und wird. Zum anderen die Themen der Usability und zuletzt eine Einordnung meinerseits hinsichtlich einer Gesamt-Content-Strategie von Amazon.

Content is King

Wie schon angedeutet, sind für mich bei der Frage nach einem möglichen Abschluss eines Abos vor allem inhaltliche Aspekte relevant. Welche Filme und Serien bekomme ich für mein Geld, bekomme ich an dieser Stelle etwas, was ich anderswo nicht sehen kann? Zum „Versuchsaufbau“: ich habe schon seit einiger Zeit einen Zugang zu Watchever. Bei Prime Instant Video habe ich beim Surfen durch das Angebot eine Watchlist der Serien und Filme erstellt, die mich interessieren. Diese Liste ist eine rein subjektive Betrachtung, jeder andere käme vermutlich zu einem etwas anderen Ergebnis. Die Liste habe ich mit Watchever und den dort verfügbaren Serien verglichen, und nach den gleichen Filmen und Serien auch bei Maxdome und Skysnap gesucht. Das Ergebnis ist in folgender Tabelle festgehalten – Plus steht für Verfügbarkeit Minus entsprechend dafür, dass dieses Angebot nicht verfügbar ist. Mit einem Eurozeichen habe ich bei Maxdome die Serien und Filme markiert, die nicht im monatlichen Abo enthalten sind und für die eine zusätzliche Gebühr fällig ist.

Content Vergleich Prime Instant Video

Prime Instant ViewWatcheverMaxdomeSkysnap
Gran Torino-+
Full Metal Jacket+-
Sharktopus-+-
Star Trek Into Darkness--
The Tree of Life---
MIB 3--
Winnetou III+++
Citizen Kane-+
Robin Hood--
Battleship---
Underworld Awakening--
Arne Dahl++-
Sherlock+-
Breaking Bad++-
Lerchenberg++-
The Office---
The Tudors---
Dexter+--
Alpha House---

Kurz zusammengefasst gibt es für mich einige, vor allem neuere Filme, die interessant, aber nur auf Prime Instant Video verfügbar sind. Bei den Serien hingegen sind die gefühlten Unterschiede nicht so groß. Im nächsten Schritt habe ich nun den Preis für Einzelabruf der nicht abgedeckten Serien und Filme im Vergleich zu Watchever gemacht und bin dabei ausgegangen, die Filme/Serien ebenfalls bei Amazon zu erwerben. Bei Serien habe ich den Preis für eine Staffel herangezogen. Für die Filme und Serien in meiner Watchlist, die nicht bei Watchever verfügbar sind, müsste ich rund 80 Euro bezahlen. Dies vorausgesetzt und natürlich die Tatsache, dass ich überhaupt die Zeit habe, all diese Filme zu sehen, lohnt sich Prime Instant Video auch finanziell. Fairerweise muss ich natürlich anführen, dass der Vergleich in die andere Richtung mit ähnlichem Ergebnis endet, d.h. auch Prime Instant Video hat nicht das komplette Programm von Watchever verfügbar. Will man nur in einen Video-on-demand Anbieter investieren, sollte man auf jeden Fall die jeweils angebotenen Testzeiträume dazu nutzen, festzustellen, welcher angebotene Content einem mehr zusagt. Ein Plus ist im Vergleich zu Watchever auf jeden Fall die Verfügbarkeit eigenen Contents, konkret am Beispiel von Alpha House.

Prime Instant Video - Alpha House
Prime Instant Video – Alpha House

Usability von Prime Instant Video

Hier gibt es nichts zu meckern. Das Interface sowohl im Web als auch auf iOS (iPad) ist einfach und intuitiv zu bedienen. Dabei darf man aber im Gegensatz zur Konkurrenz keine bahnbrechenden Neuigkeiten erwarten. Die Art und Weise, den Content zu entdecken ähnelt sich stark, was für mich aber aktuell kein Grund für eine Abwertung ist. Das Interface ist auf dem aktuellsten Stand, funktioniert gut, und Ziel von Amazon war es sicher nicht, vor allem für die Bedienung großes Lob zu kassieren. Ärgerlich ist die fehlende Unterstützung für HD-Inhalte auf dem iPad. Direkt auf dem Gerät fällt es nicht auf, bei Nutzung von AirPlay für die Übertragung auf den Fernseher dann aber doch.

Die strategische Komponente

Im Vergleich zur Konkurrenz, die eine Kundschaft neu aufbauen muss, und dabei entweder starke Partner suchen muss (Watchever & Bild) oder über eine eigene starke Marke in den Markt starten könnte (Netflix), hat Amazon einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Einerseits den Pool der bereits bestehenden Amazon Prime Kunden, die den Service nun bis zur nächsten Verlängerung im Prinzip umsonst zur Prime-Mitgliedschaft erhalten. Zum anderen die große Zahl an Kunden, die tagtäglich Amazon nutzen und dabei gezielt für den neuen Service angeworben werden können. Die Tatsache, dass Amazon die eigenen Geräte bei der HD Verfügbarkeit bevorzugt, mag zwar für den Besitzer eines iPads ärgerlich sein, ist aber im Zuge einer Gesamtstrategie, die Kunden möglichst im eigenen Kosmos einfängt, mehr als nachvollziehbar und funktioniert im Bereich der eBooks bereits gut. Diese Kundenbindung wird für den Kampf um die Kunden, die nicht mehrere VoD-Angebote nutzen wollen oder können, sondern sich für eines entscheiden, ein ganz entscheidender Vorteil sein.

Meiner Meinung nach werden sich die meisten Nutzer aus inhaltlichen Gründen für einen Video on Demand Anbieter entscheiden. Da spielt Amazon mit Prime Instant Video vom Start weg bei den großen Angeboten mit. Allerdings mit der Einschränkung, dass die verfügbaren Inhalte aus einer starken Mischung weniger sehr neuer, einer Menge älterer und B & C-Movies – siehe Sharktopus – bestehen. Ich bin gespannt, ob wir in Zukunft mehrere VoD-Angebote mit mehrheitlich ähnlichen Inhalten erleben werden, oder ob sich eine Video on Demand-„Senderlandschaft“ herauskristallisiert, die dazu führt, dass sich die Zuschauer ihr Relevant Set unter diesen Anbietern suchen und für jeden einzelnen Service zahlen.

Einen Test ist Prime Instant Video auf jeden Fall wert. Einen eigenen Eindruck von Prime Instant Video könnt ihr euch hier machen. Falls ihr nach dem Testzeitraum nicht weiter machen wollt – Kündigung nicht vergessen!

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