Im Gegensatz zu Scott Stratten, der empfiehlt, QR Codes erst einzusetzen, wenn alle anderen digitalen Hausaufgaben gemacht sind, bin ich der Überzeugung, dass das „Schulfach“ QR Codes auch unabhängig von anderen Fächern belegt werden kann und muss. Sieben Tipps für den richtigen Einsatz der Codes führe ich in diesem Artikel auf, deren Berücksichtigung hoffentlich dazu führt, dass die Erfahrungen, die Nutzer beim Scannen sammeln, zunehmend positiver werden. Die erste Euphorie wurde verspielt – der zweite Hype sollte jetzt genutzt werden.

Vorab sei gesagt: Sinn und Zweck von QR Codes ist es nicht (primär), zu demonstrieren, dass man mit der Zeit geht und moderne digitale Marketingstrategien verfolgt. Der alleinige Zweck der QR Codes ist eine Hilfestellung für den Nutzer. Er muss keinen Link eintippen, sondern kann schnell und direkt auf eine passende Zielseite gelenkt werden.

1. QR Codes führen auf mobile Websites

Ein QR Code ersetzt schlicht und einfach einen Link. Mehr nicht. Gescannt wird er von einem mobilen Gerät, einem Smartphone. Durch die Nutzungssituation bedingt muss ein QR Code auf eine mobile Website führen. Ist keine mobile Website vorhanden, gibt es keine Ausrede. Kein „es geht doch, wenn man etwas hineinzoomt“, keine SAP-Umstellung, die verhindert, dass eine mobile Website erstellt wird, bevor man den Code benutzt. Keine mobile Website heißt schlicht: keine QR Codes einsetzen.

Dabei kann eine mobile Website auch nur für eine Kampagne erstellt sein, d.h. auch kurzfristig kann ein QR Code eingesetzt werden, selbst wenn die eigene Website nicht mobil ist. Microsites sind ausdrücklich erlaubt. Links von der mobilen Microsite zur nicht-mobilen Website nicht.

2. Kampagnenerfolge messen

Wichtig für die Beurteilung der tatsächlichen Relevanz einer Kampagne mit QR Codes ist die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Der Link und alle weiteren Aktionen des Smartphone-Users müssen trackbar sein. Wichtig: wie oft wurde insgesamt gescannt? Welcher Code (falls mehrere im Einsatz sind) wurde wie oft und wann gescannt? Welche Smartphones wurden benutzt? Welche Aktionen erfolgten nach dem Scan? Die Liste ist beliebig erweiterbar – Bestellungen, Downloads, App-Downloads… Das heißt im Klartext – ein direkter Link auf www.website.de ist sinnlos. Je nach verwendetem Web-Tracking sollte das Tracking direkt in den Code-Link integriert werden oder der Link sollte als Ziellink eindeutig der Kampagne zuzuordnen sein.

3. App Downloads ohne Umwege

Code scannen – App laden. Im Prinzip ganz einfach. Wenn es da nicht einen Haken gäbe. Je nach Hersteller des Smartphones existieren unterschiedliche App-Stores. Statt einer Landing-Page, auf der ich den für mich passenden Store aussuchen muss, muss eine Geräteerkennung gekoppelt mit entsprechender Weiterleitung in den für mich richtigen Store direkt beim Aufrufen des Links stattfinden. Je mehr Klicks ich brauche, um zum Ziel zu gelangen, desto unwahrscheinlicher wird der Download.

4. Größe und Komplexität des QR Codes

Je länger eine hinterlegte URL ist, desto komplexer wird ein QR Code. Ein kurzes Beispiel. Der Kurzlink zum Beitrag über QR Codes im Google Kalender lautet: http://wp.me/p3sX6K-5h. Als langen Link hingegen könnte man verwenden: http://www.lieberaugustin.de/qr-code/qr-code-google-und-mobile-first/?viele-lustige-tracking-parameter-die-alle-noch-an-den-link-angehaengt-werden-koennen&den-qr-code-wesentlich-komplexer-werden-lassen&es-gilt-je-kuerzer-der-link-desto-besser.

Ein komplexer QR Code hat mehrere Nachteile: Smartphones benötigen teils länger, um ihn zu scannen. Und ich kann ihn auf gedruckten Materialien nicht beliebig verkleinern, wenn ich will, dass er weiterhin scannbar bleibt.

5. Keine Überraschungen

Keine Regel ohne Ausnahme, aber nur auf die Neugier des Nutzers zu setzen, ist nutzlos. Deswegen: ein QR Code sollte nur verwendet werden, wenn auch angegeben ist, was sich hinter dem Code verbirgt. Ein Video – weiterführende Informationen, ein Gewinnspielformular, ein App-Download,… Der Nutzer kann so vor dem Scan entscheiden: will ich das (jetzt) oder nicht. Zur positiven Entscheidung zu ermuntern – ist Aufgabe des Marketings.

6. Never touch a running system?

Einmal erstellt ist der Inhalt hinter dem QR Code für alle Zeiten der gleiche? Für Kampagnen mit kurzer Laufzeit mag das akzeptabel sein. Was aber, wenn Sie Ihren Code als Plakette an ein Haus oder Denkmal angebracht haben? Und Sie stellen fest, dass Sie Inhalte verändern, hinzufügen oder anpassen wollen? Für die mobile Website hinter dem Code empfiehlt sich ein Content Management System, im Idealfall bringt das System die oben aufgeführten Anforderungen mit, d.h. es erstellt wenig komplexe Codes, bietet die Möglichkeit unterschiedlicher Zielseiten je nach verwendetem Betriebssystem, hat ein integriertes Tracking und setzt im Idealfall bei Scannen des QR Codes den ersten Touchpoint auf einer Customer Journey.

7. Kein QR Code ist auch ein QR Code

Natürlich nicht im eigentlichen Sinne. Ich hatte es in der Vergangenheit schon erwähnt: wenn Sie eine Plakatkampagne an Bushaltestellen planen und auf das Plakat eine URL drucken – mit welchem Gerät wird diese URL sehr wahrscheinlich aufgerufen? Punkt 1, 2, 3 5 und 6 gelten hier entsprechend.

Ich hoffe auf viele erfolgreiche und kundenfreundliche QR Code-Kampagnen. Und für den Fall, dass ich etwas vergessen haben sollte – Hinweise gern in die Kommentare!

7 Tipps für den richtigen Einsatz von QR Codes
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3 Gedanken zu „7 Tipps für den richtigen Einsatz von QR Codes

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  • 10. Mai 2019 um 21:11
    Permalink

    Sorry, bin nicht so sicher, ob das Thema hier her gehört.
    Ich frage mich, ob QR Codes auch für folgendes geeignet wären:
    Ein Auftraggeber (Krankenhaus) vergibt täglich mehrere Transportaufträge. Die Ziele sind aber nur 6 verschiedene.
    Bisher werden Formulare durch das Personal auf den verschiedenen Stationen ausgefüllt und dann bei mir angerufen.
    Nun stelle ich mir vor, die Stationen haben ein kleines Plakat an der Wand mit 6 verschiedenen QR-Codes neben denen das jeweilige Ziel geschrieben steht.
    Jetzt nehmen sie bei Bedarf nur noch einen Handscanner, scannen den betreffenden Code und automatisch startet der PC an dem der Scanner angeschlossen ist, den Bestellvorgang in meinem System.
    Wird der QR-Code dafür gut sein?
    Hat jemand so etwas schon mal verwirklicht? Hat jemand noch eine Idee dazu? Schreibt mir gern auf boover@gmx.de.
    Danke

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