Das nun folgende Beispiel zum Thema QR Codes stammt aus der W&V Nr. 22 2014 und hat mich so beeindruckt, dass ich mich heute auf einen einzigen Code beschränken werde, den es zu betrachten gilt. In besagter W&V findet sich auf Seite 36 eine ganzseitige Anzeige der Stuttgarter Zeitung. Diese bewirbt neben einem Anzeigen-Konfigurator die überhaupt bestehende Möglichkeit, in der Stuttgarter Zeitung zu werben. Kurz noch zum Hintergrund: der Süddeutsche Verlag, in dem die W&V erscheint, gehört, ebenso wie die Stuttgarter Zeitung, zur Südwestdeutschen Medien Holding, was einige später zu treffende Aussagen etwas entschärfen wird.

Eine Anzeige – nur aus QR Codes – prima Idee!

Genauer gesagt, handelt es sich um einen einzigen Code, der kleine Code unten links im Handy ist nicht scannbar. Und das sieht dann so aus:

QR Codes in Anzeigen - das wäre eine prima Idee
QR Codes in Anzeigen – nicht immer eine gute Idee

Ich sehe großzügig darüber hinweg, dass das „Muster“ (statt QR Code) mit einer geeigneten App abfotografiert werden soll, damit sie die Website öffnet. Stattdessen kurz die Überlegung, was so ein Anzeigenplatz Wert ist, denn von Kosten kann man in der gleichen „Familie“ kaum sprechen. Die Mediadaten von W&V(pdf-Download!) weisen als Preis für eine einseitige Anzeige 10.450 € aus(S. 8 im verlinkten Dokument), unrabattiert. Die tatsächlichen Preise sollten, außer bei einmaligen Schaltungen, niedriger liegen, in der höchsten offiziellen Rabattstaffel(S.15) immerhin noch bei rund 7.500 €. Das Ziel der Anzeige dürfte auch nicht nur ein schlichtes Füllen der W&V gewesen sein, sondern nach Möglichkeit die Generierung zusätzlichen Umsatzes innerhalb der gleichen Gruppe.

Der QR Code leitet nach dem Scan, ohne weiteres Tracking, direkt weiter an die Website www.stzw.de. Und die sieht so aus:

Website Stuttgarter Zeitung
Website Stuttgarter Zeitung mit Anzeigenkonfigurator

Prima. Eine Anzeige, die nur aus einem QR-Code besteht, der wiederum nur mit Smartphones gescannt werden kann, und die auf eine nicht-mobile Seite verweist, ist verschenkt. Ich frage mich: war die Platzierung eines QR Codes vielleicht einfach billiger als der Entwurf eines ordentlichen Anzeigenmotivs? Noch einmal: das  Ziel der Anzeige war es, potentielle Kunden auf den Anzeigenkonfigurator aufmerksam zu machen, der mobil übrigens nur mit filigranen, elfengleichen Fingern zu bedienen ist.  In meiner idealen Welt würden diejenigen, die die Anzeigenplätze vertreiben, Kunden auf so einen Fauxpas hinweisen und gegebenenfalls die Anzeige einfach nicht annehmen. Das das nicht realistisch ist, ist mir klar. Näher als im vorliegenden Fall würde man dem Szenario aber nicht mehr kommen. Ein deutliches Wort unter „Kollegen“, und die Anzeige hätte überarbeitet werden können.

Fazit und Kitten Counter

Werbeplatz verschenkt, mögliche Anzeigenkunden vergrault, Geld in den Sand gesetzt. Was will man mehr? Adieu, gelbes Kätzchen.

Heute
Überlebte Kätzchen: 0
Gestorbene Kätzchen: 1

Insgesamt:
Überlebte Kätzchen: 24
Gestorbene Kätzchen: 29

Die drei letzten Beiträge zum Thema QR Codes gibt es hier:

Kein Weg zu uns – QR Codes im Einsatz
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Ein Gedanke zu „Kein Weg zu uns – QR Codes im Einsatz

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