Im Gegensatz zu den wirklich echten Fans, die auf Panini setzen, begleitet mich schon seit Jahren das jeweilige Team-Sticker Sammelalbum zur WM oder EM. Das ist im Zweifelsfall nicht nur günstiger, sondern auch leckerer. Wenn auch gefährlicher für die Figur. In diesem Jahr zeigt sich, dass das Album auch für kleine Kätzchen nicht ungefährlich ist, es beinhaltet nämlich zu fast jedem Spielerprofil einen QR Code. Ob es damit ein wahres Kätzchen-Massaker wird oder ob es Überlebenschancen gibt, wird sich zeigen. Ich habe beispielhaft zwei Spielerprofile herausgepickt, mir aber die Mühe gemacht, alle 29 QR Codes zu scannen. Als kleine Randnotiz: auch der Kauf des Albums hatte so seine Tücken – die kleine Anekdote dazu findet ihr ganz am Ende des Artikels.

Via QR Code zur Kicker-App

Das Sammelalbum liegt in der konzeptionellen Verantwortung des kicker-sportmagazins. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Ziele hinter den QR Codes, die jeweils auf die daneben dargestellte URL nach dem Muster www.team-sticker.de/VornameNachname führen. Eine grundsätzliche Bedingung für den Einsatz von QR Codes scheint damit erfüllt. Die gescannte URL führt in 15 Fällen weiter auf eine Seite von Kicker. Betrachten wir das ganze am Beispiel von Marcel Schmelzer(www.team-sticker.de/marcelschmelzer).

Wie zu sehen ist, erkennt Kicker, dass ich mit einem iPhone auf der Seite surfe und fordert mich auf, die entsprechende iPhone App zu installieren. Nach Installation lande ich aber statt auf einer Marcel Schmelzer Seite nur auf der kicker.de Startseite in der App. Nachdem die App installiert ist, ändert sich nichts. Lediglich kicker.de merkt sich, dass mir die Frage nach dem App-Download schon gestellt wurde und ich werde bei erneutem Scan des QR Codes  sofort auf eine nicht-mobil optimierte Seite weitergeleitet. Generell ist eine Weiterleitung mit Aufforderung zur Installation einer App legitim. Allerdings war das als Nutzer bzw. Kunde nicht mein primäres Anliegen. Mir ging es um zusätzliche Informationen über Marcel Schmelzer. Die bekomme ich nur nach einem zweiten Scan, und dies auch nur in einer nicht mobil optimierten Ansicht. An dieser Stelle ist es mir leider auch rätselhaft, warum es von kicker.de noch keine mobile Website gibt. Eine zu installierende App ist kein adäquater Ersatz. Eher unwahrscheinlich ist es, dass die gescannten Codes entsprechend getrackt werden.

Kann der DFB QR Code?

Die zweite Variante nach dem Scan eines QR Codes ist eine Landingpage des DFB, genauer auf einer Videopage nach dem Muster tv.dfb.de/…view=VIDEOID. Als Beispiel hier bei Philipp Lahm(www.team-sticker.de/philipplahm).

 

Aus Nutzersicht gibt es auf den ersten Blick kaum etwas zu bemängeln. Ich lande auf einer auf den ersten Blick mobil optimierte Seite und kann mir ein entsprechendes Video mit Philipp Lahm ansehen. Auf den zweiten Blick jedoch gibt es Schwächen. Eine mobile Navigation fehlt, beim Klick auf den schwarzen Balken über dem Video, den ich für die Navigation hielt passiert – nichts. Direkt unter dem Video geht es auf die Website team.dfb.de weiter, die nicht mobil optimiert ist. Auch gibt es keinen kurzen Weg zu anderen Spielerprofilen, es werden zwar weitere Videos angezeigt, diese aber nach dem Muster meistgesehen, neueste oder „passende“ Videos. Scan-Tracking wie auch bei kicker.de – Fehlanzeige. Dies zusammengefasst kann ich die kleinen Kätzchen nur mit zwei zugedrückten Augen überleben lassen.

Der Vollständigkeit halber: zwei Codes unterscheiden sich von den anderen. Nach dem Scan des Codes von Hansi Flick lande ich direkt auf einem Video, bei Andy Köpke(www.team-sticker.de/andykoepke) auf einer Fehlerseite auf www.team-sticker.de. Diese ist jedoch voll mobil optimiert.

Fazit und Kitten Counter

Viele Codes bringen auch viele Opfer mit sich. Insgesamt ein fast ausgeglichenes Bild, auch wenn das weder für eine mobile Marketingkonzeption noch für die kleinen Kätzchen eine sinnvolle Perspektive ist.

Heute
Überlebte Kätzchen: 14
Gestorbene Kätzchen: 15

Insgesamt:
Überlebte Kätzchen: 24
Gestorbene Kätzchen: 25

Bonus: der Heft-Kauf

Auch in der Offline-Welt gibt es Hürden. Als ich vor knapp einer Woche im nächstgelegenen Rewe das Sammelalbum entdeckt hatte, wanderte es sofort in den Einkaufskorb. Für die Kassiererin allerdings eine Hürde, denn beim Scannen des Hefts gab die Kasse nur einen Warnton von sich. Ich steige hier in den Dialog ein, als sie das Heft zum dritten Mal erfolglos gescannt hat.

Kassiererin(zu sich selbst): Was kostet das?
Ich: Einen Euro.
Kassiererin(zu Ihrer Kollegin): Was ist mit dem Heft, was kostet das?
Kollegin: Weiß ich nicht.
Ich: Es kostet einen Euro.
Kassiererin(zum Kollegen zwei Kassen weiter, laut): Was ist das für ein Heft?
(Zum Glück nicht der Playboy)
Ich: Das Sammelalbum – das kostet einen Euro.
Kollege: Steht der Preis nicht drauf?
Ich: Der Preis steht unten rechts – es kostet einen Euro.
Kassiererin: Der Preis steht nicht drauf.
Ich: Der Preis steht unten rechts in einem roten Feld, es kostet einen Euro.
Kassiererin: Ah – danke! Ist nicht in unserem System, ich buche das als Lebensmittel.

Ich nicke zustimmend, sie tippt auf 1 und drückt Enter, oder was auch immer man an den Kassen drückt. Auf der Quittung erscheint ein Betrag von 1 Cent. Sie lächelt verlegen und tippt den Restbetrag über 99 Euro ein…

Die drei letzten Beiträge zum Thema QR Codes gibt es hier:

Mein Team-Sticker Sammelalbum und QR Codes
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