Mittwoch Abend, ich sitze alleine im Wohnzimmer und die kleine Tochter schläft selig. Ich bin satt, habe heute keine Lust auf Schokolade und könnte jetzt noch etwas trinken. Ein Glas Wein? Oder einen Whisky? Halt. Ich bin mit der Tochter alleine zu Hause. Schon in der Elternzeit ging es mir so und auch nach langen Bürotagen schreit eine innere Stimme nein, wenn wir nur zu zweit sind und ich etwas trinken will. Etwas weiter ausgeholt zum Thema Elternzeit und Alkohol:

Mit dem ersten Schwangerschaftstest fängt es an. Auf einmal steht man alleine auf der Seite der Alkoholkonsumenten. Im Urlaub (wir waren damals zum Glück nur in Island – wo Alkohol aus Preisgründen ohnehin kein Thema ist), am Abend, zu feierlichen Anlässen. Ich kenne Paare, bei denen der Mann, mehr oder weniger freiwillig, während der Schwangerschaft auch auf Alkohl verzichtet hat. Bei mir hat sich der Konsum reduziert und verlagert. Und das natürlich nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch danach, in der Stillphase und auch noch während meiner Elternzeit.

Bier ist und war bei uns eigentlich kein Thema. Ich trinke gern Bier, aber hauptsächlich fränkisches und die Bezugsquellen dafür sind hier in München eher mau. Bier gibt es eigentlich nur, wenn wir Gäste beherbergt hatten oder wenn es mal besser zum Essen passt als Wein.

Wein war da schon schwieriger. Zwar bin ich stolzer Besitzer mehrerer Vakuumverschlüsse für Weinflaschen, doch ist Weingenuss für mich auch immer etwas, was mit Gesellschaft zu tun hat. Austausch über den Geschmack des Weins. Und wenn eine halbleere Flasche ewig daran erinnert „Trink mich!“, vergeht mir eher die Lust als dass ich mit Freude am nächsten Tag die nächste Flasche öffne.

Whisky war für mich die Alternative. Den würde ich ohnehin alleine trinken, Elternzeit hin oder her. Und hier macht, eine gewisse Füllmenge der Flasche natürlich vorausgesetzt, auch eine nicht geleerte Flasche nichts aus. Im Gegenteil, eine geleerte Flasche am Abend wäre eher beunruhigend.

In meiner Kernelternzeit war es tagsüber ohnehin kein Problem. Wenn Du mit stillenden Müttern abhängst, geht es um den besten alkoholfreien Hugo, Sekt,… und was es sonst noch so an süßen blubbernden Getränken gibt.

Damit und natürlich auch mit dem ein oder anderen Besuch bin ich ganz gut durch die alkoholfreie Zeit gekommen. Heute gibt es Abends dann auch gern mal wieder einen Wein. Das vor Augen, scheint es etwas merkwürdig, dass ich Skrupel habe, etwas zu trinken, wenn ich mit meiner Tochter alleine zu Hause bin. Vielleicht ist es nur eine Art Sicherheitsdenken, aber mir ist so wohler, auch wenn im Notfall ein Taxi wahrscheinlich doch das sicherste Verkehrsmittel wäre und im Falle des gemeinsamen elterlichen Alkoholgenusses ohnehin gesetzt wäre. Aber es geht um Urteilsfähigkeit und das Gefühl in diesem Fall ganz alleine die Verantwortung zu tragen. Deswegen, so gemütlich und verlockend es auch sein mag. Es bleibt beim alkoholfreien Abend, sobald ich alleine auf die Tochter aufpasse, so auch heute.

Wie ist das bei euch? War das schon mal Thema – wie haltet ihr es mit dem Alkohol und der Aufsicht?

Elternzeit und Alkohol – unvereinbar?
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