Wie schnell die Zeit vergeht… Gerade hatte ich bei strahlendem Sonnenschein meine Elternzeit begonnen, bin schwitzend durch Münchens Straßen gezogen und heute klopft der Advent, nicht nur in den Supermärkten, heftig an die Tür.

Der letzte Blogbeitrag schon länger als einen Monat her – da fragt man sich doch – wo ist all die Zeit geblieben? Eigentlich hatte ich mir für die sechs Monate, die ich gemeinsam mit meiner Tochter verbringen durfte und noch darf, auch für mich einige Ziele gesetzt. Um die Spannung gleich raus zu nehmen, geschafft habe ich sie nicht, und das natürlich verbunden mit dem entsprechenden schlechten Gewissen. Ob das an zu hohen Ambitionen oder der generellen Entschleunigung während der Elternzeit liegt, kann ich nicht zu 100 Prozent sagen. Das zeigt entweder die nächste Elternzeit oder eine etwas kritischere Betrachtung in den nächsten Tagen und Wochen. Doch nun Karten auf den Tisch. Meine Pläne waren:

  • Dieses Blog regelmäßig führen
    Naja, später Start, kurze Sprints und dann lange Durststrecken. Ob ich mich hier noch bessere werden die nächsten Wochen zeigen.
  • Mein Gitarrenspiel wieder verbessern
    Abgesehen von Kinderliedereinlagen mit meiner Tochter wurde daraus nichts. Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass ich zwar spielen kann wenn sie im Raum ist, sie dann aber mitspielt.
  • Regelmäßiger Sport und runter mit dem Gewicht.
    Was soll ich sagen. Es gibt immer einen Grund. Mal ist man erkältet, dann übermüdet, dann ist doch Abends eigentlich Sport,… Und das Gewicht schwankt 🙂 Anfangs nach unten, vor allem weil sich meine Tage voll nach der Tochter richteten und für mich nur die Breireste von ihr blieben. Und dann, je nach Schokoladenkonsum wieder rauf oder runter.
  • Finalisierung meiner Promotion
    Haken. Gemacht, Prüfung bestanden und veröffentlicht. Hat allerdings auch lange genug gedauert.
  • Banjo spielen lernen
    Wo steht das Banjo noch mal? Hinter der Tür und wird nur beim Putzen bewegt.
  • 52 Bücher lesen (aufs Jahr gesehen – das ist ein Standardziel für jedes Jahr)
    Schaffe ich, auch ohne „Mein erstes Buch zum Anbeißen“ und „Ich kann schon alles, sagt Lukas Löwe“. Allerdings hätte ich gedacht, dass ich Buch Nummer 52 schon früher zur Seite lege. Nun gut – in diesem Jahr waren auch insgesamt 9 von 10 Bänden Game of Thrones mit dabei. Da liest man schon den ein oder anderen Tag.
  • Meinen „Pocket“-Speicher leeren
    Mein Pocket-Speicher ist übervoll – und noch zu Arbeitszeiten kam ich nicht richtig hinterher. Artikel, kurze Posts,… wollte ich eigentlich zum Ende der Elternzeit alle gelesen haben. Der Vorteil: manches, was vor 5 Monaten aktuell war, hat sich heute wieder erübrigt. Und um auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben, reichen auch neue Artikel.
  • 52 neue Rezepte kochen
    Sportliches Ziel, aber die Standards sind dann doch leichter gemacht als Rezepte aus der echten italienischen Küche.
  • Das ein oder andere PC-Spiel spielen
    Ging eher mit dem einen und nicht mit allen anderen. Spielzeit für mich gab und gibt es nur, wenn die kleine Tochter schläft. Die Schlafperioden wurden kürzer, unregelmäßiger und teils unberechenbarer. Und manchmal will man einfach auch nur schlafen. Vielleicht kommt jetzt zur Eingewöhnung in die Krippe doch noch die Gelegenheit.
  • Den Weinkeller auf Vordermann bringen
    Damit beschäftige ich mich aktuell. Und es dauert länger als geplant, was der Zahl der unterschiedlichen Weine, Zählfehlern und der Frage nach passenden Regalen geschuldet ist.

Und nun? Für mich habe ich vor allem eines daraus gelernt – in der Elternzeit kommt es zumindest mir auf die gemeinsame Zeit mit dem Kind an. Das hat Priorität und an der Eingewöhnung merke ich, wie wertvoll die verbliebenen Stunden sind. Sie werden gerade von Tag zu Tag kürzer. Um sich aber nicht ganz in Spielen, Einkaufen, Putzen, Waschen, Wickeln, Kochen, Muttigruppen,… zu verlieren ist das ein oder andere Ziel nicht schlecht. Realistisch gesetzt, und nicht alle Dinge, die man immer schon mal machen wollte, in 6 Vätermonate gepresst. So klappt es dann auch mit dem guten Gewissen.

Gute Vorsätze und Elternzeit
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2 Gedanken zu „Gute Vorsätze und Elternzeit

  • 19. November 2013 um 15:50
    Permalink

    Ich habe heute quasi Halbzeit in meiner Elternzeit. Bei mir sind es aber auch nur zwei Monate.
    So bisschen habe ich mich in dem Beitrag wieder gefunden. Bevor es los ging, hatte ich mir noch so viel ausgemalt. Lesen, bloggen, bei der Gitarre musste ich schmunzeln. Meine verstaubt hier auch. 😉
    Aber die Zeit mit dem Kind ist so kostbar.
    Danke fürs Teilhaben lassen.

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  • Pingback: Wie Buffer meine guten Vorsätze für 2015 beeinflusst hat

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