Als „mobiler“ Vater komme ich in einer Stadt wie München gar nicht darum herum auch ab und zu mit dem Kinderwagen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Auch ohne Kinderwagen ist das mitunter schon abenteuerlich genug, heute geht es mir aber um ein Phänomen, das ich schon früher beobachtet, aber bis jetzt noch nicht durchdacht hatte.

Viele U-Bahnhöfe in München kommen noch immer ohne Fahrstuhl aus, so dass nur noch die Treppe (mit helfenden Händen oder viel Kraft und der passenden Technik) und die Rolltreppe als Alternative bleiben. Hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Treppauf ist meist die gleiche Technik zu beobachten: man fährt den Wagen mit den Vorderrädern voran, möglichst weit rechts auf die Rolltreppe und stellt sich selbst ein, zwei Stufen unter den Wagen. Manchmal wird das Kind leicht festgehalten. Hier eine kurze Skizze(meine Noten im Zeichenunterricht lasse ich jetzt mal unerwähnt).

Rolltreppe

Treppab scheiden sich die Geister. Bei einer Mehrheit beobachte ich folgendes: auch hier geht es mit den Vorderrädern voran, der Wagen wird bei der „Abfahrt“ allerdings auf die Hinterräder gestellt, die Vorderräder schweben in der Luft. Um diese Balance zu halten, umklammert das Elternteil den Griff, reckt den Hintern raus und verharrt in dieser Position bis zum Ende.

Ich frage mich: ist es so kompliziert, die Rolltreppe rückwärts anzufahren, und den Kinderwagen dann ohne Verrenkungen nach unten zu transportieren? Das Risiko, den Kinderwagen loszulassen sinkt und man sieht wesentlich eleganter aus. Ich halte es hier wie Knigge mit Damen auf der Treppe: aufwärts hinter der Dame. Abwärts vor der Dame.

ÖPNV mit dem Kinderwagen – die Rolltreppe
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2 Gedanken zu „ÖPNV mit dem Kinderwagen – die Rolltreppe

  • 8. November 2013 um 19:34
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    Die Rolltreppentechnik ist auch abhängig vom Kinderwagenmodell. Hier spielen Anzahl, Grösse und Fixierung der Räder eine entscheidende Rolle. So bin ich zum genau umgekehrten Verhalten gekommen: Aufwärts voran – abwärts hinterher. Ein dreirädriger Wagen mit flexiblem Vorderrad lässt nur ein Stand auf der Hinterachse zu. Dank extrem grossen Reifen ist dieser zum Glück sicher – obwohl die mulmige Angst loszulassen mitfährt. Zur Beruhigung bietet der Wagen dafür eine Handschlaufe zur Sicherung.

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  • 9. November 2013 um 14:58
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    Mit einem „Dreirad“ habe ich es tatsächlich noch nicht probiert – aber sowohl mit großen als auch mit kleinen Reifen vorn. Klappt beides gut.
    Die Schlaufe ist gut, kann aber auch so ihre Tücken haben (abseits der Rolltreppe). Mit angelegter Handschlaufe stolpern kann den Kinderwagen leicht zu einem Katapult machen.

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