Optimiert: Der Audience Flow bei YouTube

Optimiert: Der Audience Flow bei YouTube

Der Audience Flow bei YouTube ist ein Thema, über das ich gern schreibe, weil es meiner Meinung nach sehr deutlich zeigt, mit welchen Mitteln beim Wettbewerb um die User-Aufmerksamkeit gekämpft wird. Aktuell experimentiert YouTube mit einer Autoplay-Funktion, die noch nicht für alle Accounts verfügbar ist. Mir ist das neue Feature Mitte Oktober zum ersten Mal ins Auge gefallen. Was es genau damit auf sich hat, und was YouTube damit bezweckt, werde ich etwas näher beleuchten.

Neu: Autoplay-Funktion bei YouTube

Wie ich in meinem ersten Beitrag zum Audience Flow bei YouTube erklärt habe, unterscheidet sich der Abspielmodus je nach Watchpage-Typ. Sehe ich ein Video einer Playlist, die ich z.B. über den YouTube Channel des Nutzers angeklickt habe, so startet nach dem Ende eines Videos automatisch das nächste Video der Playlist.

Audience Flow bei YouTube und MyVideo

Audience Flow bei YouTube und MyVideo

Mit der gestiegenen Bedeutung von Webvideos, nicht nur auf YouTube, stellen sich vermehrt Fragen nach der richtigen Strategie für die Platzierung des Bewegtbildcontents. Ein Rückgriff auf Strategien, die bereits im linearen Fernsehen gegriffen haben, ist dabei nicht so abwegig, wie das auf den ersten Blick klingt. Mit dem Thema Audience Flow bei YouTube bzw. bei Webvideos hat sich vor einigen Jahren Bertram Gugel schon beschäftigt, da sich die dort beschriebenen Mechanismen jedoch teils deutlich geändert haben und auch weil ich einen etwas anderen Fokus setze, will ich das Thema im Folgenden detaillierter betrachten.

Zum Audience Flow

Der Audience Flow ist eine Kennzahl aus der Programmplanung des klassischen linearen Fernsehens und beschreibt im eigentlichen Sinne den Anteil der Zuschauer, die zwischen zwei Sendungen übergeben und/oder übernommen werden. Interessante Untersuchungen zum Audience Flow gibt es auch immer wieder bei den Media Perspektiven, wer für sich dieses Thema noch vertiefen will. Ziel der Programmplanung ist es, einen möglichst hohen Anteil des Publikums der einen Sendung auf die nachfolgende Sendung zu übertragen, in diesem Fall spricht man von einem Lead-In, der möglichst hoch sein sollte. Gleichzeitig kann auch ein verfrühtes Zuschalten zu einem Lead-Out führen, d.h. es wird ein Programm konsumiert, weil eigentlich die nachfolgende Sendung von Interesse ist. Diese beiden Ausprägungen kombiniert resultieren in unterschiedlichen Audience-Flow Strategien, wie z.B. dem Tentpoling, bei dem eine starke Sendung durch Lead-In und Lead-Out die vorhergehende und nachfolgende Sendung stärken soll. Oder das Hammocking, bei dem eine schwache Sendung von zwei starken Sendungen flankiert wird. Grundsätzlich wird beim Konzept des Audience Flows, wie auch beim Konzept des Least Objectionable Program von einer Zuschauerträgheit ausgegangen, die dazu führt, dass kein Umschaltvorgang erfolgen sollte.