Streaming-Suchmaschinen – JustWatch und WerStreamt.es im Vergleich

Streaming-Suchmaschinen – JustWatch und WerStreamt.es im Vergleich

Vor kurzem ging JustWatch.com online – und dank der Berichterstattung in Techcrunch mit großem Wirbel. Streaming-Suchmaschinen gibt es natürlich schon (nicht nur in den USA) und ich will heute kurz den Newcomer aus Berlin mit dem „Platzhirschen“, Werstreamt.es aus München vergleichen. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass JustWatch noch Entwicklungspotential hat. Ich werde die Zahlen im Beitrag deswegen nach Möglichkeit in den nächsten Wochen mehrfach aktualisieren.

1. Integrierte Streaming-Anbieter

Zunächst ein Blick auf die jeweils integrierten Anbieter.

Hallo Netflix – Nachsitzen bitte!

Hallo Netflix – Nachsitzen bitte!

Endlich geschafft – Netflix ist in Deutschland angekommen. Alles wird besser. Das Fernsehprogramm, die Auswahl verfügbarer Serien-Streams, die Usability und überhaupt. Die ersten Reaktionen sind auch schon da – und konzentrieren sich meist auf die angebotenen Inhalte und die damit verbundene Frage ob Netflix denn nun enttäuscht oder revolutioniert. Zu den Inhalten, die letzten Endes über Erfolg und Misserfolg des neuen Konkurrenten von Watchever und Co entscheiden werden, wurde schon viel gesagt und wird in Zukunft wahrscheinlich auch gesagt werden. Ich will mich da nicht ausschließen. Mein erster Blick auf Netflix geht allerdings auf die Usability. Ich habe, woher auch immer, halb im Ohr, dass diese überragend sein soll, und hatte dies bis jetzt auch auf die Bedienung und nicht den einzigartigen Algorithmus zur Empfehlung und Filterung neuer Inhalte bezogen. Also: ein Blick auf die Bedienung von Netflix.

maxdome rät: Paket besser mal kündigen.

Gut, vielleicht übertreibe ich etwas. Normalerweise beschäftige ich mich ja eher konzeptionell mit Video-on-Demand Anbietern wie maxdome, aber heute geht es im Ausnahmefall mal um den Kundenservice. Und damit natürlich auch um einen Baustein für den Erfolg am Markt. Kurz zur Erklärung: zusammen mit meinem neuen Nokia Lumia 930 gab es auch einen maxdome Gutschein für 6 Monate. Ganz konkret heißt es: „Inklusive maxdome Angebot! 6 Monate maxdome Paket im Wert von 47,94 € bereits enthalten.“ Abgesehen vom krummen Wert und der Formulierung ein tatsächlich gutes Angebot. Nun, ich bin bereits maxdome Kunde und damit fängt die Komplikation an. Doch Schritt für Schritt.

Von der Lumia Landing-Page zum maxdome Kundensupport

Den Anweisungen auf dem beigelegten Flyer folgend, habe ich zunächst die Website www.maxdome.de/lumia aufgerufen. Vor Aufrufen der Website hatte ich, ehrlich gesagt, schon darüber nachgegrübelt, ob für mich als Bestandskunde der Gutschein überhaupt gilt oder nicht.

Endet lineares Fernsehen mit der Generation unserer Kinder?

Mythos Nummer zwei, dem sich Alan Wolk in seiner Präsentation widmet, ist die Frage ob Jugendliche, überspitzt ausgedrückt, lineares Fernsehen komplett ignorieren und stattdessen nur Netflix auf ihren Tablets sehen. Er setzt dem Zahlen gegenüber, die besagen, dass noch 71% der Jugendlichen zwischen 8-18 Jahren einen Fernseher im Kinderzimmer haben, und dass nur 20% der 14-23jährigenn ein Tablet für den Fernsehkonsum nutzen.

Für mich heißt das an dieser Stelle: Suche nach entsprechenden Zahlen aus Deutschland. Dies vorbehaltlich zweier Dinge: die Medienausstattung der Jugendlichen mit eigenen Fernsehern ist in Deutschland natürlich nicht so hoch – und auch der Markt der entsprechenden Anbieter für lineares Fernsehen ist noch nicht so differenziert wie in den USA.

Ist Video on Demand die Zukunft – und klassisches TV ein Auslaufmodell?

Gelten die von Alan Wolk als TV Mythen bezeichneten Mechanismen auch in Deutschland? Wie geschrieben, will ich die einzelnen Mythen daraufhin genauer betrachten. Ich beginne mit dem Cord-Cutting, d.h. der vermuteten Abwanderung vor allem technisch versierter Millenials weg vom Kabel-Abo hin zu non-linearen Video on Demand Diensten wie Netflix. Alan Wolk widerspricht hier und führt an, dass Kündigungen des Kabelanschlusses häufig ökonomisch bedingt sind und nicht zwingend dazu führen, einen Ersatz zu buchen.

Ausgangssituation – Preissstruktur im deutschen TV-Markt

Um die These für den deutschen Fernsehmarkt zu untersuchen, bedarf es zunächst einer kleinen Anpassung. Im Vergleich zum stark durch Pay-TV-Angebote geprägten US-Markt ist der deutsche TV Markt anders strukturiert. In den USA fallen, je nach Kabelanbieter, zwischen 65 und 85 US-$ pro Monat (46,90 – 61,33€ lt. Wechselkurs vom 11. März) für einen Kabelempfang an. Als Grundlage meiner Preisrecherche habe ich angenommen, dass zumindest das Angebot von HBO und damit Serien wie Game of Thrones im Kabelpaket enthalten sein sollte. In den USA lassen sich für den Wechsel zu reinen Video on Demand Anbietern drei Motive ausmachen. Der Wunsch nach Kostenersparnis, der Wunsch nach einer individuellen und unabhängigen Programmgestaltung sowie der Wunsch nach guten, auf die eigenen Konsumwünsche angepassten Inhalten. Dass Wolk für die USA vor allem ersteres als Grund für Cord-Cutting ausmacht, hat er hier ausgeführt.

Alan Wolks 7 Mythen über den Niedergang des Fernsehens

Vor ein paar Wochen hatte ich einen kurzen Artikel über Alan Wolks Thesen bei OneTVMag gelesen – und es beschäftigt mich immer noch. Seine Präsentation zu sieben Mythen über den Zustand des Fernsehens in den USA trifft für mich auf den Punkt. Kurz zusammengefasst verneint er sieben allgemein verbreitete Thesen über den Niedergang des klassischen Fernsehens, in den USA ist das im Gegensatz zu Deutschland natürlich geprägt von den großen Kabelnetzwerken.

Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, die Thesen von Alan Wolk, die auch fast vollständig für Deutschland, wenn auch leicht abgewandelt, in den Raum gestellt werden können, auf den hiesigen Fernsehmarkt und dessen Gültigkeit hin zu prüfen. Zu seinen Thesen im Einzelnen: