Seit Anfang des Jahres esse ich nur noch Biofleisch. Oder besser gesagt: ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr nur noch Biofleisch zu essen. Heute will ich einen Blick auf diesen Vorsatz werfen, und werde auch kurz meinen Rezepte-Vorsatz ergänzen. Wie angedeutet, war Bio für mich die greifbarste Kategorisierung für „Ich will nur Tiere essen, die glücklich gelebt haben und glücklich gestorben sind“. Dass ich damit nicht päpstlicher sein wollte als der Papst, hat schon meine Andeutung, dass es Ausnahmen geben mag, gezeigt. Doch wie liefen die letzten Monate konkret?

Biofleisch im Alltag

Am einfachsten war die Umstellung in der heimischen Küche, der Anteil von nicht Biofleisch war ohnehin nicht besonders hoch. Meine Familie zieht notgedrungen, aber ohne zu Murren mit. Fleisch gibt es bei uns ca. 1-2 mal pro Woche (nur meine schwangere Frau macht ab und an eine Ausnahme, um den Eisenhaushalt im Griff zu behalten). Im Kühlschrank liegt meist auch etwas Wurst, hier fängt es aber schon an:

 

Wenn die Wurst nicht vom Stemmerhof, unserer präferierten Einkaufsmöglichkeit für Bio-Lebensmittel stammt, und wir auf Bio-Supermarkt-Ware zurückgreifen, dann wandert meistens(unter der Woche) die Rewe-Biomarke bei uns in den Einkaufskorb.

Wie das Bild zeigt, haben zwar alle Wurstsorten das Standard-Biosiegel, zwei davon aber zusätzlich auch noch das Naturland-Biosiegel. Dreht man die Packungen um, wird es noch interessanter. Der Fleischkäse kommt von der Altdorfer Biofleisch GmbH, der Kochschinken von der Well Done GmbH und das Putenbrustfilet von Wiesenhof. Zum Thema Wiesenhof und Geflügel wurde schon viel geschrieben, mein Bauchgefühl sagt mir: in Zukunft meiden.
An zwei Stellen müssen wir aktuell Abstriche machen – bei der Leberwurst, die es in den seltensten Fällen in einer Biovariante im Supermarkt gibt – und bei Schinkenwürfeln. Letztere sind Bestandteil eines Lieblings- und Standard-Rezepts Spaghetti Carbonara. Bietet der Stemmerhof eingeschweißt an, mit etwas Planung geht das also auch, und auf die Leberwurst müssen eher die Damen im Hause verzichten.

Biofleisch und Essen gehen

Etwas anders sieht die Lage aus, wenn es darum geht, Essen zu gehen. Die Restaurants in München, in denen per Standard Biofleisch verfügbar ist, sind dünn gesät, meine Auswahl bis jetzt: Goldmarie, Holy Burger, das Milchhäusl. Wenn ich zum ersten Mal ein Restaurant oder ein Lokal aufsuche, verwandle ich mich mittlerweile in einen der penetranten Nachfrager. Auf Nachfrage hieß es z.B. auch in der Menterschwaige, dass das Fleisch Bio ist. Herrmansdorfer hat eine ganz gute Übersicht der belieferten Restaurants.

Für mich heißt das in einer Vielzahl von Fällen: vegetarisch essen. Das ist meistens ganz gut, manchmal etwas zaghaft gewürzt, aber vor allem vegetarische Burger haben mich in den letzten Monaten positiv überrascht. Schade nur, dass in manchen bayerischen Lokalitäten nur Salat oder Käsespätzle als Alternative übrig bleiben. Im Biergarten tendierte ich ohnehin meistens zu Obazda, also kein Problem.

Was tatsächlich wegfällt:
– Die Leberkässemmel auf die Hand (außer im Bio-Supermarkt oder beim Bio-Metzger)
– Döner (da gibt es einen am Hauptbahnhof, Royal Kebabhaus, bei dem ich aus dem Augenwinkel wahrgenommen habe, dass es auch Bio-Döner gibt, auf jeden Fall gibt es hier eine vegetarische Variante) – habe ich noch nicht probiert, beim Dönermann tendiere ich in letzter Zeit zu Falafel
– Sonstige fleischige Snacks (belegte Baguettes, Knackwürste am Bahnhof,…)

Biofleisch im Urlaub

Als vorweggenommene Ausnahme hatte ich den Franken-Urlaub und den Hofer Wärschtlamo definiert. In Hof waren wir bis jetzt noch nicht, klassischerweise kaufen wir dort beim der Metzgerei Schiller, ich tendiere aber mittlerweile zu einem Wechsel, denn die Metzgerei Max bietet (zumindest online) den besseren Überblick über die Herkunft des Fleischs. Urlaub außerhalb Deutschlands hatten wir in diesem Jahr auch noch nicht, und angesichts des kommenden Nachwuchses wird es auch noch etwas dauern, bis wir wieder ins Ausland fahren. Ein Artikel von Sarah Wiener zu veganer Ernährung hat mich jedoch nachdenklich gemacht, ob ich im Ausland wirklich eine Ausnahme machen soll. Während eines Südamerikaaufenthalts hat sie ganz auf Fleisch (und Tierprodukte) verzichtet, weil die Herkunft für sie nicht eindeutig festzustellen war. Ich lasse es jetzt auf mich zukommen, bis dahin: Lesetipp für Ihren Artikel!

Zum Abschluss – meine bisher ausprobierten Rezepte

26 neue Rezepte will ich in diesem Jahr ausprobieren. Und ich liege mittlerweile auch fast wieder im Schnitt. In Kalenderwoche 33 bin ich bei Rezept Nummer 16 angekommen.

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Alles Biofleisch, oder?

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