Das Jahr ist schon einen Monat alt, der Kalender für 2015 füllt sich mit Terminen und ich bin schon fast mit der Steuererklärung fertig. In dieses Jahr bin ich mit festen Vorsätzen gegangen, doch bevor ich auf diese zu sprechen komme, und wie ein US-Startup diese beeinflusst hat, ein kurzer Blick zurück auf das letzte Jahr.

Auch wenn sich jedes Jahr anfühlt, als hätte es Höhen und Tiefen, seit meine Tochter geboren ist, verblassen die Tiefen in der Erinnerung. Sie erkundet die Welt seit dem letzten Jahr auf zwei Beinen und beginnt mit uns zu sprechen. Egal ob sie wach ist, gerade schläft, in der Krippe ist, oder um uns herum springt. Es fühlt sich gut an, dass sie da ist, und sie aufwachsen zu sehen.

Welche Vorsätze ich für meine Elternzeit (2013) hatte und wie wenig ich davon umsetzen konnte, hatte ich schon beschrieben. Die Ziele sind nach wie vor geblieben und fließen zum Teil auch in meine Ziele für 2015 ein. Im letzten Jahr habe ich erstmals damit begonnen, meine Jahresvorsätze nicht nur zu fassen, sondern auch messbar zu machen. Inspiriert hat mich dazu das Ranking-System von Google. Auch wenn es sich um persönliche Ziele gehandelt hat, hatte ich so gut im Blick, in welchen Bereichen ich mich im Laufe des Jahres wie entwickelt habe. Ein Automatismus für Motivation ergibt sich daraus aber nicht.

Mehr Bewegung – weniger Gewicht. Die Entwicklung hier hat mich selbst am meisten überraschst. In unseren Urlaub am Schliersee hatte ich Laufschuhe mitgenommen, nach einer ersten Runde um den See endlich in eine kurze Laufhose und ein kurzes Laufshirt investiert und habe seit der zweiten Seerunde kaum noch abreißen lassen. Die Ausnahmen waren Krankheiten, vor denen wir auch in diesem Jahr leider nicht verschont wurden. Mit Husten läuft es sich nicht all zu gut, doch erstaunlicherweise habe ich danach nicht abreißen lassen, sondern wieder angefangen. Ein Grund sicher auch: das bisher kooperative Wetter, Glatteis blieb bis jetzt aus.

52 Bücher in 52 Wochen. Fast schon ein Klassiker, und auch in diesem Jahr wurde es wieder knapper als in der Vergangenheit. Um jetzt das Jahresziel von Mark Zuckerberg nicht kleinzureden – es geht auch ein Buch pro Woche.

365 Bilder in 365 Tagen. Bisher halte ich (mehr oder weniger) durch. Das Ergebnis sieht man hier. Drei Fehler sind mir mittlerweile unterlaufen, einmal hatte ich beim Post auf Instagram den Hashtag vergessen, der das Bild automatisch ins Tumblr-Blog postet, zweimal beim Tag einen falschen Tag angegeben. Ich lasse das als Schönheitsfehler gelten und mache weiter. Reflektieren könnte ich über die Qualität der Bilder, d.h. geht es um fotografische Highlights oder ums Prinzip?

Zuletzt – der Job. Da trifft die Einleitung mit Höhen und Tiefen tatsächlich am besten zu. Anfang des Jahres gingen einige sehr gute Kolleginnen, was nicht nur fachlich, sondern auch menschlich ein Verlust war. Und leider führten unterschiedliche Entwicklungen dazu, dass auch ich Ende des Jahres gehen musste, meine Abteilung wurde aufgelöst. Der Zwang zu einem beruflichen Neuanfang hat aber auch gleichzeitig etwas positives und inspirierendes. Ich hatte und habe Zeit, darüber nachzudenken, wohin es für mich gehen soll, was mich interessiert, wie ich mich weiter entwickeln will, und warum. Das Reflektieren der eigenen Ziele und Wünsche hat nicht dazu geführt, dass ich mich thematisch auf einen Bereich, etwa Social Media, Performance Marketing oder Video festgelegt habe, sondern dass ich festgestellt habe, wie wichtig mir eine passende Arbeitsumgebung ist. Das Team ist entscheidend, eine gemeinsame Basis, Freiheiten und Flexibilität sind ein großes Plus.

Inspirierend war für mich der Kontakt mit Buffer (einem US-Start-Up, das Postmanagement für Social Media Netzwerke anbietet, falls unbekannt). Buffer besticht durch seine Werte, die nicht nur aufgeschrieben, sondern auch (vor)gelebt werden. Sei es der unbedingte Wille zu Transparenz, die Erwartung an die Kollegen, an sich zu arbeiten, oder die Art und Weise wie in einem Team gearbeitet wird, das über die ganze Welt verstreut ist. Mich hat der Input von Buffer zum Nachdenken angeregt und natürlich auch zu einer Bewerbung dort, aus der aber leider nichts wurde. Andere Bewerbungen legt man nach Absage meistens zu den Akten, hier ist viel geblieben.

Doch genug von gestern – der Blick nach vorn. Meine guten Vorsätze aufzuschreiben – und damit im Zweifelsfall auch externen Druck auf mich zu nehmen, habe ich von Courtney (natürlich von Buffer) übernommen, die Ihre Vorsätze für 2015 hier festgehalten hat. Ich werde von Zeit zu Zeit zu einzelnen Vorsätzen etwas schreiben, deswegen werde ich hier nur kurz darauf eingehen. Ich werde sowohl meine Quartalsbewertung (siehe oben) beibehalten als auch etwas übernehmen, was bei Buffer unter „Bufferimprovements“ läuft und kleine Schritte zu größeren Zielen dokumentiert, die Woche für Woche (neu) gesetzt werden.

Sport/Gesundheit

Laufen als feste Gewohnheit scheint etabliert. Ich will es beibehalten und an der Distanz drehen. Bisher kam ich auf zwei Läufe pro Woche, einer mit 2,5, einer mit 5 km Länge. Seit Anfang Januar laufe ich zwei mal pro Woche 5 Kilometer. Bis Juni will ich die Distanz so erhöht haben, dass ich einmal wöchentlich 10 Kilometer laufe. Zudem verzichte ich, so oft wie möglich, auf den Aufzug und nehme stattdessen die Treppen.

Ich will meine Haltung (nicht nur vor dem Computer) in Zukunft deutlich verbessern. Wie genau ich das anstelle, weiß ich noch nicht. Meine Großmutter ist mir immer mit den Knöcheln die Wirbelsäule entlang gefahren, das scheint aber keine besonders angenehme Lösung zu sein. Aktuell probiere ich mich an unterschiedlichen Rücken-Übungen.

Bei Buffer wird Schlaf und Bewegung mit dem Jawbone getrackt. Bewegungstracker verwende ich aktuell noch zurückhaltend, erfasse aber, wenn das Handy dabei ist, schon, wie viele Schritte und Kilometer ich so zurücklege. Und das ist erschreckend wenig, wenn man nur am Schreibtisch arbeitet.

Minimalismus

Ganz ehrlich – bis jetzt gehörte ich eher zu den Menschen, die etwas lieber aufheben, statt es wegzuwerfen. „Ein Brett kann man immer mal brauchen“, „So ein Stoffbeutel ist doch praktisch“, „Nein, der Kugelschreiber schreibt noch“. Meine Frau ist schon vor einigen Jahren über den Minimalismus gestolpert, wurde damals noch von mir belächelt, aber jetzt bin auch ich reif. Im kommenden Jahr werde ich versuchen, mich von Dingen zu trennen, die ich nicht brauche, nicht nutze oder eigentlich gar nicht haben will. Anfangen werde ich sicher mit einer Inventur. Ein smarter Ansatz dazu findet sich hier: http://less.best/. Mein erstes Ziel: mich im Schnitt jeden Tag von einem Gegenstand zu trennen, d.h. den Bestand um mindestens 365 Dinge zu reduzieren.

Ich werde am Ende sicher nicht bei so wenigen Dingen landen wie Leo von Buffer, und würde in manchen Fällen auch den eigenen Besitz über die Möglichkeit stellen, etwas zu mieten oder zu leasen. Die Sharing Economy erlaubt uns den Luxus, mit wenigen Dingen auszukommen, gleichzeitig finde ich die dadurch erzeugten sozialen Verwerfungen schwierig. Panorama hat dazu einen ganz guten Beitrag gemacht, den ich empfehlen kann. Für mich heißt das: ich reduziere – aber nur das, was ich danach nicht wieder mieten oder leihen muss, weil ich es regelmäßig brauche. Und nicht zuletzt bin ich ja auch nicht ganz alleine in meiner Wohnung, schon meine Tochter hat gerade mehr Dinge als Leo. 🙂

Lesen

Wie jedes Jahr, will ich auch in diesem Jahr wieder 52 Bücher lesen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren will ich aber einen stärkeren Fokus auf Bildung legen, d.h. jedes dritte Buch soll nicht unterhaltend sein, sondern Fachliteratur. Darüber hinaus lese ich schon seit einigen Jahren in den Essays von Michel de Montaigne. Ich werde versuchen, mir jede Woche ein Essay vorzunehmen.

Einen Überblick über die von mir gelesenen Bücher findet ihr auf dieser Pinterest-Pinnwand:

Folge Tims Pinnwand „Books 2015“ auf Pinterest.

Und im Hinblick auf das Minimalismus-Ziel. Ich werde unterscheiden zwischen Büchern, die ich besitzen will (etwa, weil sie schöne Ausgaben sind oder dazu einladen, zu schmökern), und solchen, die ich lesen will. Bei letzteren werde ich verstärkt auf E-Books setzen, um den Zufluss an Büchern in unseren Haushalt zu beschränken.

Essen

In der Elternzeit hatte ich mich daran schon probiert, in diesem Jahr werde ich den Vorsatz nochmals aufnehmen. Ich will alle zwei Wochen ein neues Rezept kochen. Das Ziel dahinter ist nicht nur, unseren Speiseplan etwas abwechslungsreicher zu gestalten, sondern auch, mehr und unterschiedliche Küchen kennen zu lernen. Da ich alle zwei Wochen jeweils eine Woche für das abendliche Essen verantwortlich bin, sollte das zu machen sein. Die bisherigen ausprobierten Rezepte finden sich hier:

Folge Tims Pinnwand „Rezepte 2015“ auf Pinterest.

Darüber will ich in diesem Jahr nur noch Bio-Fleisch essen. Es kann gut sein, dass sich das nochmals verfeinert, z.B. soweit, dass ich nur noch Fleisch esse, dessen Herkunft ich auch kenne oder nachvollziehen kann. Dieser Vorsatz ist aktuell der spannendste. Schwierig wird es unter anderem mit: der Leberkäs-Semmel auf die Hand, dem Weißwurstfrühstück, unserer Carbonara für die wir bisher immer etwas Schinkenspeck im Kühlschrank haben, Burger-Essen(es gibt in München zum Glück ein paar Bio-Burger-Anbieter), Schnitzel-Essen im Amtsgericht – liebe Ex-Kollegen, das fällt leider flach, dem Steak-Essen mit Freunden,… In Restaurants werde ich mich teils an vegetarische Gerichte halten müssen. Finde ich nicht schlimm, aber eine Herausforderung wird es schon. Für mich noch nicht geklärt ist die Frage: wie mache ich es im Ausland – und wie gehe ich mit Hofer Wurstwaren um, etwa einem Paar Wiener vom Wärschtlamo? Mein Ziel ist ausdrücklich nicht, Vegetarier zu werden, sondern Fleisch bewusster zu genießen.

Projekte

Das hier ist so ein Projekt – mal mehr und mal weniger belebt. Ich muss für mich noch klar stellen, wie viel Zeit ich investieren kann und will, aber mein Wunsch ist nach wie vor, mindestens einmal wöchentlich etwas zu schreiben, auch wenn das in den letzten Monaten selten geklappt hat.

Daneben liegen bei mir seit Jahren zwei Projekte mehr oder weniger auf Eis: die Entwicklung eines Brettspiels und ein Krimi, den ich vor Jahren geschrieben habe. Ich werde mir eine Projekt-Stunde einrichten, in der ich mich (wechselnd) diesen beiden Projekten widmen werde. Mit dem Ziel, den Roman soweit zu überarbeiten, dass ich ihn als veröffentlichungsreif erachte und das Spiel soweit zu bekommen, dass es Testrunden besteht.

Sprachen

Sprachen lernen war immer ein Wunsch, gleichzeitig aber auch verbunden mit großer Mühe. Bevor ich mich auf neue Sprachen stürze, will ich mein Englisch perfektionieren, Ideen dazu sind jederzeit willkommen. Ein Baustein wird sein, dass ich Blog-Artikel ab und zu auch auf Englisch veröffentliche. Nicht in diesem Blog, sondern auf Medium. Den Anfang macht dieser Artikel.

Eine weitere „Sprache“ will ich in diesem Jahr dann doch erlernen – und war eine Programmiersprache. Grundlagen und ein Grundverständnis, was die Damen und Herren Programmierer so tun habe ich zwar, selbst umsetzen kann ich aber kaum etwas, wenn ich mir nicht mit Tools helfe. Wer eine Idee oder einen Input hat, womit ich beginnen soll… Her damit!

 

Und jetzt – fragen, kommentieren, nachhaken, wo ich stehe. Ich bin für Feedback offen und freue mich auf mein 2015.

Wie Buffer meine guten Vorsätze für 2015 beeinflusst hat

2 Gedanken zu „Wie Buffer meine guten Vorsätze für 2015 beeinflusst hat

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